Legasthenie

Was ist Legasthenie?

Lesen und Schreiben lernen ist am Anfang für viele Kinder schwer. Bei einigen Kindern „wachsen“ sich diese anfänglichen Schwierigkeiten jedoch nicht einfach aus.

Manche Kinder verwechseln Buchstaben, manche verstümmeln Wörter bis zur Unkenntlichkeit und andere machen auffällig viele Regelfehler. Vielen gelingt es nicht, Texte laut vorzulesen oder den Sinn zu verstehen. Gemeinsam ist allen, dass diese Schwierigkeiten mit normalem Üben nicht zu beseitigen sind.

Für die Betroffenen ist diese Störung oft mit erheblichen Problemen verbunden. Legasthenie ist mehr als nur eine schlechte Note in Deutsch. Neben den eigentlichen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben können sich Ängste und Blockaden bis hin zu ernsthaften psychosomatischen Erkrankungen entwickeln.

Was können Eltern tun, wenn ihr Kind an Legasthenie leidet, Frau Dehne?

(Interview mit der Geschäftsführerin und Diplom-Psychologin Hannelore Dehne, abgedruckt in der Familien-Beilage des AOK-Magazins-2009)

Gibt es typische Fehler beim Lesen und Schreiben, die eindeutig auf Legasthenie hinweisen?

Früher glaubte man, Legasthenie an bestimmten Fehlern erkennen zu können. Heute ist jedoch die Häufigkeit und Hartnäckigkeit der Fehler ein allgemein anerkanntes Symptom.

Sind die Ursachen für die Lese- und Rechtschreibschwäche bekannt?

Es gibt verschiedene Gründe für Legasthenie. Deshalb ist eine genaue Kenntnis der Lebensgeschichte des Betroffenen wichtig. Wie haben sich Sprache und Feinmotorik entwickelt? Gab es Krankheiten oder traumatische Erlebnisse? Inzwischen ist auch eine genetische Disposition nicht mehr abzustreiten. Es sind viermal so viele Jungen wie Mädchen betroffen.

Die Betroffenen werden nicht selten für weniger intelligent gehalten. Besteht ein Zusammenhang?

Nein. Viele gut begabte Kinder leiden unter dieser Störung und werden häufig einer Schulform zugewiesen, die unter ihren sonstigen intellektuellen Möglichkeiten liegt. Doch auch Kinder mit durchschnittlicher oder unterdurchschnittlicher Intelligenz können betroffen sein. Oft werden gerade diese Kinder nicht als förderungswürdig erachtet. Doch auch sie brauchen natürlich Hilfe.

Was raten Sie Eltern, deren Kind an Legasthenie leidet?

Die Qual des häuslichen Übens beenden und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Jegliche Herabsetzung muss selbstverständlich unterbleiben. Nach meiner Erfahrung wird häufig nur noch auf die Schwächen geschaut. Eltern sollten sich wieder der Stärken ihres Kindes bewusst werden und seine lebensfrohen Seiten unterstützen.

Der Beitrag „Mit Legasthenie richtig umgehen“ (aus der Sendung „Volle Kanne“/ZDF-Mediathek vom 24.11.2009) ist über den folgenden Link anzuschauen. Bitte klicken Sie hier:

Mit Legasthenie richtig umgehen

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